Drehschwindel: Ursachen, Symptome und Behandlung

Drehschwindel fühlt sich an, als würde sich die Umgebung um einen selbst drehen – wie nach einer Karussellfahrt, nur ohne Karussell. Viele Betroffene müssen sich festhalten, werden unsicher beim Gehen, und häufig kommen Übelkeit oder Erbrechen dazu. Gerade weil Drehschwindel so intensiv erlebt wird, löst er oft große Verunsicherung aus.

Wichtig zu wissen: Drehschwindel ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung. Er entsteht immer dann, wenn die Informationen aus Gleichgewichtsorgan, Augen und Tiefensensibilität nicht mehr zusammenpassen. Die Ursachen reichen vom sehr häufigen und gut behandelbaren Lagerungsschwindel über Entzündungen des Gleichgewichtsnervs bis – in seltenen Fällen – zu neurologischen Erkrankungen. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Drehschwindel-Ursachen und -Symptome, welche Übungen helfen können und wann rasches Handeln nötig ist.

Das Wichtigste in Kürze!

  • Drehschwindel ist ein Symptom: Die Umgebung scheint sich zu drehen, häufig begleitet von Übelkeit und Gangunsicherheit.

     

  • Häufigste Ursache ist der gutartige Lagerungsschwindel – kurze, heftige Attacken bei Lagewechsel.

     

  • Weitere Ursachen: Entzündung des Gleichgewichtsnervs, Morbus Menière, vestibuläre Migräne, Medikamente, selten neurologische Erkrankungen.

     

  • Drehschwindel im Liegen spricht oft, aber nicht immer für einen Lagerungsschwindel.

     

  • Warnzeichen wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen erfordern sofortiges Handeln (Notruf 144 bzw. 112).

     

  • Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Befreiungsmanöver, vestibuläre Rehabilitation in der Physiotherapie oder eine gezielte Therapie der Grunderkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Drehschwindel und wie fühlt er sich an?

Beim Drehschwindel (fachlich: Vertigo im engeren Sinn) entsteht die Illusion einer Bewegung – meist einer Drehung der Umgebung um die eigene Achse, manchmal auch des eigenen Körpers im Raum. Ursache ist ein Ungleichgewicht der Informationen, die das Gehirn von den drei Gleichgewichtssystemen erhält: dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, den Augen und den Rezeptoren in Muskeln und Gelenken. Meldet eine dieser Quellen Bewegung, während die anderen Stillstand melden, entsteht Schwindel.

Typische Begleiterscheinungen sind:

  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Gangunsicherheit, Fallneigung, oft zu einer Seite
  • unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)
  • Schwitzen, Blässe, Herzklopfen
  • je nach Ursache: Ohrgeräusche, Druckgefühl oder Hörminderung auf einem Ohr

Davon abzugrenzen ist der Kreislaufschwindel: Er wird als Benommenheit, Leeregefühl im Kopf oder Schwarzwerden vor den Augen beschrieben, dauert meist nur Sekunden und tritt typischerweise beim Aufstehen auf. Wie sich beide unterscheiden und was gegen kreislaufbedingten Schwindel hilft, lesen Sie im Beitrag Schwindel beim Aufstehen.

Welche Ursachen kann Drehschwindel haben?

Die Drehschwindel-Ursachen liegen überwiegend im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs oder im Gleichgewichtsnerv, seltener im Gehirn. Entscheidend für die Einordnung sind Dauer, Auslöser und Begleitsymptome der Attacken.

Gutartiger Lagerungsschwindel

Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist die häufigste Ursache von Drehschwindel. Kleine Kristalle („Ohrsteinchen“, Otokonien) lösen sich aus ihrer Position und gelangen in einen der Bogengänge des Gleichgewichtsorgans. Bei Kopfbewegungen bewegen sie sich mit und reizen die Sinneszellen. Typisch sind sehr kurze (meist 10–60 Sekunden), heftige Drehattacken beim Hinlegen, Umdrehen im Bett, Aufrichten oder Kopf-in-den-Nacken-Legen. Das Gehör bleibt unbeeinträchtigt. Der BPLS ist harmlos und in der Regel mit Befreiungsmanövern sehr gut behandelbar.

Entzündung oder Störung des Gleichgewichtsnervs

Bei der Neuritis vestibularis kommt es zu einem plötzlichen, über Stunden bis Tage anhaltenden Drehschwindel mit starker Übelkeit, Fallneigung zu einer Seite und Augenzittern – ohne Hörverlust. Betroffene fühlen sich deutlich krank und können anfangs kaum stehen. Die Beschwerden bessern sich meist über Tage bis Wochen, weil das Gehirn den Ausfall kompensiert; gezieltes Gleichgewichtstraining beschleunigt diesen Prozess.

Morbus Menière

Beim Morbus Menière treten Attacken von Drehschwindel auf, die typischerweise 20 Minuten bis mehrere Stunden dauern und mit einseitigem Hörverlust, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und Druckgefühl im Ohr einhergehen. Ursache ist eine Störung des Flüssigkeitshaushalts im Innenohr. Der Verlauf ist episodisch, die Diagnose stellt in der Regel die HNO-Medizin.

Vestibuläre Migräne

Die vestibuläre Migräne ist eine häufige, aber oft spät erkannte Ursache. Schwindelattacken dauern Minuten bis Stunden, teils mit, teils ohne Kopfschmerz, häufig mit Licht- und Lärmempfindlichkeit. Viele Betroffene haben eine Migräne-Vorgeschichte. Die Behandlung orientiert sich an der Migränetherapie.

Neurologische Ursachen

Seltener entsteht Drehschwindel im Gehirn selbst – etwa bei Durchblutungsstörungen im Bereich von Kleinhirn und Hirnstamm, bei Multipler Sklerose, nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder bei Tumoren wie einem Akustikusneurinom. Verdächtig sind Schwindel mit zusätzlichen neurologischen Symptomen, plötzliches Auftreten mit starker Gangunsicherheit sowie Doppelbilder, Sprech- oder Schluckstörungen.

Medikamente und weitere mögliche Ursachen

Auch Medikamente können Drehschwindel auslösen oder verstärken – etwa Beruhigungs- und Schlafmittel, Antiepileptika, bestimmte Antibiotika sowie Blutdruckmedikamente. Weitere Faktoren: Alkohol, Infekte des Innen- oder Mittelohrs, Verletzungen des Schläfenbeins, ausgeprägte Verspannungen und Funktionsstörungen der Halswirbelsäule sowie Angsterkrankungen (funktioneller Schwindel).

Dr. Anna Gschwandtner, Fachärztin für Neurologie in Wien

„Für die Einordnung von Drehschwindel sind drei Fragen entscheidend: Wie lange dauert eine Attacke, wodurch wird sie ausgelöst, und gibt es Begleitsymptome? Sekundenkurze Attacken beim Umdrehen im Bett sprechen für einen Lagerungsschwindel, stundenlanger Drehschwindel mit Hörminderung für eine Innenohrerkrankung. Sobald neurologische Symptome dazukommen, klären wir umgehend ab.“

Dr. Anna Gschwandtner, Fachärztin für Neurologie

Drehschwindel im Liegen: Was kann dahinterstecken?

Viele Betroffene berichten, dass der Drehschwindel im Liegen auftritt – beim Hinlegen, beim Umdrehen im Bett oder beim Aufrichten am Morgen. Der Grund: Diese Bewegungen verändern die Position des Kopfes im Raum und damit die Lage der Flüssigkeit und der Kristalle im Gleichgewichtsorgan.

Die häufigste Erklärung für Drehschwindel im Liegen ist der gutartige Lagerungsschwindel. Charakteristisch sind:

  • Auslösung durch eine bestimmte Kopfbewegung, oft reproduzierbar zur selben Seite
  • kurze Latenz von einigen Sekunden, bis der Schwindel einsetzt
  • heftiger Drehschwindel für etwa 10 bis 60 Sekunden, dann rasches Abklingen
  • Übelkeit, aber keine Hörminderung
  • Besserung, wenn der Kopf ruhig gehalten wird

Nicht jeder Drehschwindel im Liegen ist jedoch ein Lagerungsschwindel. Hält der Schwindel im Liegen minutenlang oder dauerhaft an, kommen eine vestibuläre Migräne, eine Störung des Gleichgewichtsnervs, Kreislaufursachen oder – bei zusätzlichen neurologischen Symptomen – zentrale Ursachen infrage. Auch niedriger Blutdruck oder Alkohol können ein Drehgefühl im Liegen verursachen. Deshalb gilt: Wiederkehrender Drehschwindel im Liegen sollte einmal fachkundig eingeordnet werden, statt ihn dauerhaft zu vermeiden – denn Schonhaltung verzögert die Erholung des Gleichgewichtssystems.

Drehschwindel und Schlaganfall: Wann ist Schwindel ein Warnzeichen?

Drehschwindel kann in seltenen Fällen Ausdruck einer Durchblutungsstörung im hinteren Hirnkreislauf sein, der Kleinhirn und Hirnstamm versorgt. Ein Schlaganfall in dieser Region äußert sich manchmal vorwiegend durch Schwindel und Gangunsicherheit – ohne die klassischen Zeichen wie einseitige Lähmung.

Ebenso wichtig ist die Einordnung in die andere Richtung: Drehschwindel allein weist nicht automatisch auf einen Schlaganfall hin. Die große Mehrheit der Fälle geht auf Erkrankungen des Innenohrs zurück und ist gut behandelbar. Entscheidend ist die Kombination der Symptome – und wie plötzlich und stark der Schwindel auftritt.

Warnzeichen: Wann sollte man sofort handeln?

Treten Drehschwindel und eines der folgenden Symptome gemeinsam auf, sollten Sie nicht abwarten, sondern sofort den Notruf 144 (Österreich) bzw. 112 wählen:

  • Lähmungen oder einseitige Schwäche in Arm, Bein oder Gesicht
  • Taubheitsgefühle oder Missempfindungen auf einer Körperseite
  • Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen
  • Doppelbilder, Sehstörungen oder plötzlicher Sehverlust
  • starke, ungewohnte Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen
  • ausgeprägte Gang- und Standunsicherheit, Unfähigkeit zu stehen oder zu gehen
  • Bewusstseinsstörung oder Verwirrtheit
  • plötzlicher einseitiger Hörverlust mit heftigem Drehschwindel

Wie wird Drehschwindel untersucht?

Die Abklärung beginnt mit einer strukturierten Anamnese: Dauer, Auslöser, Häufigkeit und Begleitsymptome grenzen die Ursache oft schon deutlich ein. Danach folgen je nach Verdacht:

Sofortmaßnahmen bei akutem Schwindel

  • Neurologische Untersuchung inklusive Prüfung der Hirnnerven, Koordination, Reflexe, Sensibilität sowie Stand- und Gangproben (z. B. Romberg- und Unterberger-Test).

  • Untersuchung der Augenbewegungen: Nystagmus-Prüfung, häufig mit Frenzel-Brille oder Videookulografie, sowie der Kopfimpulstest zur Beurteilung des Gleichgewichtsnervs.

  • Lagerungsproben: Dix-Hallpike- und Supine-Roll-Test, um einen Lagerungsschwindel nachzuweisen und den betroffenen Bogengang zu bestimmen.

  • HNO-ärztliche Abklärung: Hörtest (Audiometrie), Trommelfellbefund, ggf. weiterführende Gleichgewichtsdiagnostik.

  • Kreislauf- und Labordiagnostik: Blutdruck im Liegen und Stehen, EKG, Blutbild, Elektrolyte, Blutzucker.

  • Bildgebung (MRT/CT) und Gefäßultraschall, wenn Hinweise auf eine zentrale bzw. neurologische Ursache bestehen.

Drehschwindel behandeln: Welche Therapie hilft?

Es gibt nicht „die eine Behandlung gegen Drehschwindel“. Die Therapie hängt immer von der jeweiligen Ursache ab – und genau deshalb steht die Abklärung am Anfang. Medikamente gegen Übelkeit (Antivertiginosa) können akute Attacken lindern, sollten aber nur kurzfristig eingesetzt werden, weil sie die natürliche Kompensation des Gleichgewichtssystems bremsen.

Behandlung bei Lagerungsschwindel

Beim gutartigen Lagerungsschwindel sind Befreiungsmanöver die Therapie der Wahl. Durch eine definierte Abfolge von Kopf- und Körperpositionen werden die verlagerten Kristalle aus dem betroffenen Bogengang zurück in den Vorhof des Gleichgewichtsorgans befördert, wo sie keine Reizung mehr auslösen. Häufig genügen ein bis wenige Sitzungen. Voraussetzung ist, dass zuvor bestimmt wurde, welcher Bogengang und welche Seite betroffen sind – ein falsch gewähltes Manöver kann die Beschwerden sonst verstärken.

Vestibuläre Rehabilitation und Physiotherapie

Bleibt nach einer Gleichgewichtsstörung Unsicherheit zurück oder ist das Gleichgewichtsorgan dauerhaft geschädigt, hilft vestibuläre Rehabilitation. Trainiert werden gezielt Blickstabilisation, Gleichgewicht, Koordination und Gangsicherheit – in ansteigender Schwierigkeit und individuell an Befund und Belastbarkeit angepasst. Das Prinzip: Das Gehirn lernt, die widersprüchlichen Signale neu zu bewerten und auszugleichen. In der Physiotherapie bei ANDRUKONIS wird dieses Training befundorientiert aufgebaut und, wo sinnvoll, mit manueller Therapie der Halswirbelsäule sowie mit Übungen zur Sturzprophylaxe kombiniert.

Behandlung neurologischer oder anderer Ursachen

Liegt dem Drehschwindel eine neurologische Erkrankung, eine vestibuläre Migräne, ein Morbus Menière oder eine Medikamentennebenwirkung zugrunde, muss diese ursachenspezifisch behandelt werden – etwa durch eine angepasste Migräneprophylaxe, eine Umstellung der Medikation oder die Therapie der Grunderkrankung. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache ist die fachärztliche Abklärung in der Neurologie in Wien der richtige Weg.

Dr. Anna Gschwandtner, Neurologin Wien, im Gespräch mit einer Patientin

Welche Übungen helfen bei Drehschwindel?

Geeignete Drehschwindel-Übungen hängen immer von der Ursache ab – eine universelle Übung gegen jeden Drehschwindel gibt es nicht. Bei einem Lagerungsschwindel sind es Befreiungsmanöver, bei einer Gleichgewichtsstörung Trainingsübungen, bei zentralen Ursachen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Deshalb sollte vor dem Üben klar sein, was dem Schwindel zugrunde liegt.

Übungen und Befreiungsmanöver bei Lagerungsschwindel

Epley-Manöver: Über eine Abfolge definierter Kopfdrehungen aus der Rückenlage werden die Kristalle schrittweise aus dem hinteren Bogengang herausbewegt. Jede Position wird gehalten, bis der ausgelöste Schwindel abgeklungen ist.

Semont-Manöver: Eine rasche Bewegung von einer Seitlage in die gegenüberliegende, wodurch die Kristalle „herausgeschleudert“ werden.

Beide Manöver sind wirksam, aber seitenspezifisch: Sie wirken nur, wenn zuvor festgestellt wurde, welcher Bogengang betroffen ist. Deshalb sollten sie zuerst ärztlich oder physiotherapeutisch angeleitet und erst danach – wenn empfohlen – zu Hause wiederholt werden. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bandscheibenproblemen oder starken Beschwerden der Halswirbelsäule ist vorab Rücksprache nötig.

Gleichgewichtsübungen bei vestibulären Störungen

Beim Gleichgewichtstraining kommen typischerweise drei Bausteine zum Einsatz:

Blickstabilisation: Der Blick bleibt auf einem festen Punkt, während der Kopf langsam nach links und rechts bzw. auf und ab bewegt wird.

Gleichgewicht: Stand mit geschlossenen Füßen, Tandemstand oder Einbeinstand – mit zunehmender Schwierigkeit, etwa auf weicher Unterlage oder mit geschlossenen Augen (nur mit sicherem Halt).

Koordination und Gang: Gehen mit Kopfdrehungen, Richtungswechsel, Auf- und Abgehen von Stufen.

Entscheidend ist die individuelle Anpassung: Intensität, Reihenfolge und Steigerung richten sich nach Ursache, Befund und Sturzrisiko. Pauschale Übungsprogramme aus dem Internet können bei falscher Anwendung Beschwerden verstärken – lassen Sie sich das Programm daher fachkundig zusammenstellen.

Was tun bei einer akuten Drehschwindel-Attacke?

  • Sofort hinsetzen oder hinlegen und sicheren Halt suchen, um Stürze zu vermeiden.

  • Den Kopf ruhig halten und einen festen Punkt fixieren; abrupte Kopfbewegungen vermeiden.

  • Für Sicherheit sorgen: Licht anmachen, Stolperfallen meiden, bei starker Attacke Hilfe rufen.

  • Nicht selbst Auto fahren, solange Schwindel oder Unsicherheit bestehen.

  • Nach dem Abklingen schrittweise wieder in Bewegung kommen – längere Schonung verzögert die Erholung des Gleichgewichtssystems.

  • Tritt der Drehschwindel erstmals, sehr stark, ungewöhnlich oder anhaltend auf, sollte er zeitnah medizinisch abgeklärt werden; bei neurologischen Warnzeichen sofort Notruf 144 bzw. 112.
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Wann sollte Drehschwindel ärztlich abgeklärt werden?

Abklärungsbedürftig ist Drehschwindel insbesondere dann, wenn er erstmals in starker Ausprägung auftritt, wiederkehrt, über Stunden oder Tage anhält oder den Alltag einschränkt. Gleiches gilt bei zusätzlichen Beschwerden wie Hörverlust, Ohrgeräuschen, Druckgefühl im Ohr, starken Kopfschmerzen, Gangunsicherheit, Doppelbildern oder anderen neurologischen Symptomen. Auch wer bereits gestürzt ist, wer aus Angst vor Attacken Bewegung vermeidet oder bei wem der Schwindel zeitlich mit einer neuen Medikation begonnen hat, sollte die Ursache klären lassen.

Fazit: Drehschwindel richtig einordnen und behandeln

Drehschwindel ist ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen – am häufigsten steckt ein gutartiger Lagerungsschwindel dahinter, der sich mit gezielten Befreiungsmanövern meist rasch beheben lässt. Für die Einordnung zählen vor allem Dauer, Auslöser und Begleitsymptome der Attacken. Bleibt Unsicherheit zurück, hilft vestibuläre Rehabilitation, das Gleichgewichtssystem wieder zu trainieren. Kommen neurologische Symptome hinzu oder tritt der Schwindel erstmals sehr heftig auf, ist rasche Abklärung entscheidend.

Sie leiden wiederholt unter Drehschwindel oder Gleichgewichtsstörungen? In unserer Neurologie in Wien können mögliche neurologische Ursachen gezielt abgeklärt werden.

Häufig gestellte Fragen

Am häufigsten ist der gutartige Lagerungsschwindel. Dabei geraten kleine Kristalle aus dem Gleichgewichtsorgan in einen Bogengang und lösen bei Lagewechsel kurze, heftige Drehattacken aus. Er ist harmlos und lässt sich mit Befreiungsmanövern meist gut behandeln.

Beim Hinlegen, Umdrehen oder Aufrichten ändert sich die Kopfposition – und damit die Lage der Kristalle im Gleichgewichtsorgan. Typisch für den Lagerungsschwindel sind Attacken von etwa 10 bis 60 Sekunden ohne Hörminderung. Hält der Drehschwindel im Liegen länger an oder kommen weitere Symptome dazu, sind andere Ursachen möglich und eine Abklärung sinnvoll.

Bei Lagerungsschwindel sind es Befreiungsmanöver wie das Epley- oder Semont-Manöver, bei Gleichgewichtsstörungen Übungen zur Blickstabilisation, zum Gleichgewicht und zur Koordination. Welche Übung passt, hängt von der Ursache und der betroffenen Seite ab – deshalb sollte das Programm fachkundig angeleitet werden.

Das hängt von der Ursache ab: Beim Lagerungsschwindel dauern die Attacken Sekunden, bei einer vestibulären Migräne oder einem Morbus Menière Minuten bis Stunden, bei einer Entzündung des Gleichgewichtsnervs Stunden bis Tage mit anschließender Besserung über Wochen. Anhaltender oder wiederkehrender Drehschwindel sollte abgeklärt werden.

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Je nach Verdacht folgt die Abklärung in der HNO-Medizin (Innenohr, Gehör, Gleichgewichtsorgan) oder in der Neurologie (Gleichgewichtsnerv, zentrale Ursachen). Ergänzend unterstützt die Physiotherapie mit Befreiungsmanövern und vestibulärer Rehabilitation. Bei akuten neurologischen Warnzeichen zählt jede Minute – sofort den Notruf wählen.

Über den Autor

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Peter Andrukonis
Peter arbeitet sehr präzise und analytisch und ist stets offen dafür, neue Methoden oder Alternativen bei der Behandlung seiner Patienten zu erproben. Er vertritt die Auffassung, dass jeder Mensch individuell ist und dementsprechend maßgeschneiderte Therapiemaßnahmen benötigt. Durch das Verständnis für den eigenen Körper, Bewegungsabläufe, Bewegungsmuster und physiologische Prozesse, die im Körper stattfinden, bemüht sich Peter, seinen Patienten ein Bewusstsein und Verständnis für ihren eigenen Körper zu vermitteln, damit sie nicht nur therapiert werden, sondern aktiv an ihrer Therapie mitwirken können.

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