Schwindel beim Aufstehen: Ursachen, Warnzeichen und was hilft

Fast jeder kennt es: Beim schnellen Aufstehen wird einem plötzlich schwindelig oder kurz schwarz vor Augen. Häufig steckt ein kurzfristiger Blutdruckabfall dahinter, der meist harmlos ist. Tritt der Schwindel jedoch regelmäßig auf, können auch andere Ursachen eine Rolle spielen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was dahinterstecken kann und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Kürze!

  • Schwindel beim Aufstehen entsteht häufig durch einen kurzfristigen Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen ins Stehen (orthostatische Dysregulation).

  • Typisch sind Benommenheit, Schwarzwerden vor den Augen, Ohrensausen und Unsicherheit – meist für wenige Sekunden.

  • Häufige Auslöser: zu wenig Trinken, Hitze, langes Liegen, rascher Lagewechsel, Alkohol sowie bestimmte Medikamente.

  • Drehschwindel, Kreislaufschwindel und Lagerungsschwindel fühlen sich unterschiedlich an – die Unterscheidung ist ein wichtiger erster Hinweis auf die Ursache.

  • Sofortmaßnahmen: hinsetzen oder hinlegen, Beine hochlagern, langsam aufstehen, ausreichend trinken.

  • Neu auftretender, häufiger oder stärker werdender Schwindel sowie Schwindel mit neurologischen Begleitsymptomen gehört ärztlich abgeklärt.

Inhaltsverzeichnis

Warum entsteht Schwindel beim Aufstehen?

Im Liegen und Sitzen verteilt sich das Blut im Körper anders als im Stehen. Richtet man sich auf, folgt rund ein halber Liter Blut kurzfristig der Schwerkraft und sackt in Beine und Bauchraum ab. Der Rückfluss zum Herzen sinkt, das Herz kann in diesem Moment weniger Blut auswerfen – der Blutdruck fällt ab.

Normalerweise reagiert der Körper darauf innerhalb von Sekunden: Druckfühler (Barorezeptoren) in den Halsschlagadern melden den Abfall, das vegetative Nervensystem steigert Herzfrequenz und Gefäßspannung, der Blutdruck stabilisiert sich. Läuft diese Regulation zu langsam oder zu schwach ab, wird das Gehirn für kurze Zeit schlechter durchblutet. Die Folge ist genau jenes Schwindelgefühl beim Aufstehen: Benommenheit, Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen, manchmal Ohrensausen oder Übelkeit. Fachlich spricht man von einer orthostatischen Dysregulation, bei ausgeprägtem Blutdruckabfall von orthostatischer Hypotonie.

Wichtig zur Einordnung: Diese Form des Schwindels ist ein Kreislaufphänomen und fühlt sich anders an als Drehschwindel, bei dem die Umgebung wie bei einem Karussell zu rotieren scheint.

Dr. Anna Gschwandtner, Fachärztin für Neurologie in Wien

„Kurzer Schwindel nach dem Aufstehen ist in den meisten Fällen ein Kreislaufthema und harmlos. Aufmerksam werden wir, wenn der Schwindel häufiger auftritt, länger anhält oder von Symptomen wie Sehstörungen, Sprachstörungen oder Gefühlsstörungen begleitet wird. Dann klären wir gezielt ab, ob eine neurologische Ursache dahintersteckt.“

Dr. Anna Gschwandtner, Fachärztin für Neurologie

Welche Ursachen kann Schwindel nach dem Aufstehen haben?

Schwindel nach dem Aufstehen ist ein Symptom, keine Diagnose. Die möglichen Ursachen reichen von völlig harmlosen Alltagsfaktoren bis zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen. Die folgenden Auslöser kommen am häufigsten infrage.

Kreislaufprobleme und niedriger Blutdruck

Die häufigste Ursache ist ein niedriger oder zu langsam reagierender Blutdruck. Besonders betroffen sind schlanke, junge Menschen mit ohnehin niedrigen Blutdruckwerten sowie ältere Menschen, bei denen die Gefäßregulation altersbedingt träger arbeitet. Auch nach längerem Sitzen, in der Schwangerschaft oder nach einem Infekt ist die Kreislaufregulation oft vorübergehend beeinträchtigt.

Flüssigkeitsmangel, Hitze und längeres Liegen

Wer zu wenig trinkt, hat weniger zirkulierendes Blutvolumen – der Blutdruck fällt beim Aufstehen stärker ab. Dasselbe gilt bei starkem Schwitzen, Hitze, Fieber, Durchfall oder Erbrechen. Auch mehrtägige Bettruhe führt dazu, dass der Kreislauf das Aufrichten regelrecht „verlernt“: Nach längerem Liegen tritt Schwindel beim Aufstehen deutlich häufiger auf.

Medikamente als mögliche Ursache

Zahlreiche Medikamente können den Blutdruck senken oder die Gegenregulation dämpfen – etwa Blutdruckmedikamente, Entwässerungsmittel (Diuretika), Prostatamedikamente, Antidepressiva, Parkinsonmedikamente oder Beruhigungsmittel. Tritt Schwindel nach dem Aufstehen erstmals nach einer neuen Verordnung oder Dosisanpassung auf, sollte das mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Medikamente bitte niemals eigenständig absetzen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Auch das Herz selbst kann die Ursache sein: Herzrhythmusstörungen, Herzklappenerkrankungen, eine Herzschwäche oder eine ausgeprägte Blutarmut (Anämie) führen dazu, dass das Gehirn beim Aufstehen nicht ausreichend durchblutet wird. Typische Warnhinweise sind Schwindel mit Herzstolpern, Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmachtsanfällen.

Neurologische Ursachen

Die Blutdruckregulation wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Erkrankungen, die dieses System betreffen – etwa eine Polyneuropathie (häufig bei langjährigem Diabetes), ein Morbus Parkinson oder seltenere neurodegenerative Erkrankungen –, können deshalb zu ausgeprägtem Schwindel beim Aufstehen führen. Auch nach einer Gehirnerschütterung oder bei Migräne tritt Schwindel gehäuft auf.

Erkrankungen des Innenohrs und Gleichgewichtsorgans

Fühlt sich der Schwindel weniger nach Benommenheit und mehr nach Drehen an, liegt der Ursprung oft im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs. Der gutartige Lagerungsschwindel etwa wird typischerweise durch Aufrichten, Hinlegen oder Umdrehen im Bett ausgelöst und dauert wenige Sekunden bis Minuten. Weitere mögliche Ursachen sind eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs oder ein Morbus Menière.

Schwindel beim Bücken: Was kann dahinterstecken?

Schwindel beim Bücken wird oft mit Schwindel beim Aufstehen in einen Topf geworfen – die Auslöser sind aber nicht zwingend dieselben. Beim Bücken steigt der Druck im Bauch- und Brustraum kurzfristig an, beim raschen Wiederaufrichten kommt zusätzlich der Lagewechsel dazu. Wer über Schwindel beim Aufstehen und Bücken berichtet, hat deshalb häufig eine Kombination aus Kreislaufregulation und Lageveränderung als Ursache.

Typische Ursachen für Schwindelgefühle beim Bücken:

  • Kreislaufbedingt: Blutdruckabfall beim raschen Aufrichten aus der gebückten Haltung – oft verstärkt durch Flüssigkeitsmangel oder Hitze.

  • Lagerungsschwindel: Losgelöste Ohrsteinchen im Gleichgewichtsorgan reizen beim Kopfvorbeugen die Sinneszellen – der Schwindel ist dann kurz, heftig und dreht.

  • Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur: Verspannungen und Bewegungseinschränkungen der HWS können Unsicherheit und Benommenheit begünstigen (zervikogener Schwindel).

  • Nasennebenhöhlen und Mittelohr: Ein Infekt oder Druckgefühl im Kopf verstärkt Schwindel beim Bücken zusätzlich.

 

Grundsätzlich gilt: Tritt der Schwindel beim Bücken regelmäßig, sehr heftig oder mit Übelkeit und Erbrechen auf, sollte die Ursache ärztlich geklärt werden.

Kreislaufschwindel, Drehschwindel oder Lagerungsschwindel? Die wichtigsten Unterschiede

Wie sich der Schwindel anfühlt, wie lange er dauert und wodurch er ausgelöst wird, liefert die wichtigsten Hinweise auf die Ursache. Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Einordnung – sie ersetzt keine Diagnose.

Merkmal

Kreislaufschwindel (orthostatisch)

Drehschwindel

Lagerungsschwindel

Empfinden

Benommenheit, „schwarz vor Augen“, Leere im Kopf

Umgebung dreht sich wie im Karussell

Kurze, heftige Drehattacke

Auslöser

Aufstehen aus Liegen/Sitzen, langes Stehen, Hitze

Je nach Ursache spontan oder anhaltend

Hinlegen, Umdrehen im Bett, Kopf beugen/heben

Dauer

Sekunden bis ca. 1 Minute

Minuten bis Stunden, teils Tage

Meist 10–60 Sekunden pro Attacke

Begleitsymptome

Blässe, Schwitzen, Ohrensausen, Ohnmachtsneigung

Übelkeit, Erbrechen, Gangunsicherheit, Augenzittern

Übelkeit, kurzzeitige Unsicherheit

Häufige Ursache

Blutdruckabfall, Flüssigkeitsmangel, Medikamente

Gleichgewichtsnerv, Innenohr, neurologische Ursachen

Ohrsteinchen im Bogengang

Was tun, wenn einem beim Aufstehen schwindelig wird?

Im Akutfall zählt vor allem eines: Stürze vermeiden. Die folgenden Maßnahmen lassen sich sofort umsetzen und ersetzen keine ärztliche Abklärung der Ursache.

Sofortmaßnahmen bei akutem Schwindel

  • Hinsetzen oder hinlegen, sobald der Schwindel einsetzt – am besten mit erhöhten Beinen, damit das Blut zum Herzen zurückfließt.

  • Festen Halt suchen (Türrahmen, Sessellehne, Handlauf) und den Blick auf einen festen Punkt richten.

  • Ruhig und gleichmäßig atmen, nicht hektisch aufstehen, bis das Gefühl vollständig abgeklungen ist.

  • Muskelpumpe aktivieren: vor dem Aufstehen im Bett die Füße kreisen, die Waden anspannen, die Fäuste ballen.

  • In zwei Schritten aufstehen: erst an die Bettkante setzen, einige Atemzüge warten, dann aufstehen.

  • Ausreichend trinken – bei Hitze, Sport oder Fieber entsprechend mehr.

  • Auslöser reduzieren: Alkohol, sehr heiße Duschen, langes bewegungsloses Stehen und üppige Mahlzeiten begünstigen Blutdruckabfälle.

  • Regelmäßige Bewegung und ein moderates Kreislauftraining (z. B. Spazieren, Radfahren, Wechselduschen) stabilisieren die Blutdruckregulation langfristig.

Wann sollte Schwindel beim Aufstehen ärztlich abgeklärt werden?

Ein kurzes Schwindelgefühl nach zu schnellem Aufstehen ist in der Regel unbedenklich. Abklärungsbedürftig wird Schwindel dann, wenn er neu auftritt, sich häuft, stärker oder länger wird oder den Alltag einschränkt. Auch wer bereits gestürzt ist oder das Bewusstsein verloren hat, sollte die Ursache nicht auf sich beruhen lassen. Gleiches gilt, wenn der Schwindel zeitlich mit einem neuen Medikament zusammenfällt oder gemeinsam mit Herzbeschwerden auftritt.

Warnzeichen: Wann sollte man sofort handeln?

Bei den folgenden Symptomen in Kombination mit Schwindel besteht der Verdacht auf eine ernsthafte, teils akut behandlungsbedürftige Ursache. Wählen Sie in diesen Fällen sofort den Notruf 144 (in Österreich) bzw. 112:

  • Lähmungen oder einseitige Schwäche in Arm, Bein oder Gesicht
  • Taubheitsgefühle oder Missempfindungen auf einer Körperseite
  • Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen
  • Sehstörungen, Doppelbilder oder plötzlicher Sehverlust
  • Sehr starke, ungewohnte Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit, Ohnmacht oder Sturz ohne Vorwarnung
  • Atemnot, Brustschmerz oder ausgeprägtes Herzstolpern
  • Plötzlicher Hörverlust oder starke Gangunsicherheit
  • Anhaltendes Erbrechen mit heftigem Drehschwindel

Diese Beobachtungen helfen bei der ärztlichen Abklärung

Je genauer Sie Ihre Beschwerden beschreiben können, desto zielgerichteter kann die Diagnostik erfolgen. Hilfreich ist es, sich vorab folgende Fragen zu überlegen – gerne auch in Form eines kurzen Schwindeltagebuchs:

  • Wann tritt der Schwindel auf – nur beim Aufstehen, auch im Sitzen oder Liegen?
  • Wie fühlt er sich an: Benommenheit, Drehen, Schwanken oder Schwarzwerden?
  • Wie lange dauert eine Episode: Sekunden, Minuten oder Stunden?
  • Wie oft tritt er auf und seit wann?
  • Gibt es Begleitsymptome wie Übelkeit, Ohrgeräusche, Kopfschmerzen oder Herzklopfen?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein, und wurde zuletzt etwas verändert?
  • Bestehen Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen oder Migräne?
  • Wie viel trinken Sie pro Tag, und gab es zuletzt Infekte oder längere Bettruhe?
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Schwindel beim Aufstehen: Untersuchung

Am Anfang steht immer das ausführliche Gespräch (Anamnese): Art, Dauer, Auslöser und Begleitsymptome des Schwindels grenzen die möglichen Ursachen oft bereits deutlich ein. Anschließend folgen je nach Verdacht:

  • Blutdruck- und Pulsmessung im Liegen und Stehen (Schellong-Test): Der Blutdruck wird nach dem Aufrichten mehrfach gemessen, um einen krankhaften Abfall zu erkennen.

  • Körperliche und neurologische Untersuchung: Prüfung von Reflexen, Kraft, Sensibilität, Koordination, Augenbewegungen und Gangbild.

  • Gleichgewichtsprüfung und Lagerungsmanöver: etwa das Dix-Hallpike-Manöver zur Abklärung eines Lagerungsschwindels.

  • Laboruntersuchung: Blutbild, Elektrolyte, Blutzucker, Schilddrüsen- und Eisenwerte.

  • Herzdiagnostik: EKG, bei Bedarf Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung oder Herzultraschall.

  • Weiterführende Diagnostik: HNO-ärztliche Untersuchung, Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße oder Bildgebung (MRT), wenn eine neurologische Ursache im Raum steht.

Schwindel beim Aufstehen: Behandlung

Es gibt nicht „die eine Behandlung gegen Schwindel“. Die Therapie richtet sich immer nach der festgestellten Ursache – deshalb ist die Abklärung der wichtigste Schritt. Grundsätzlich lassen sich drei Behandlungsrichtungen unterscheiden.

Behandlung bei Kreislauf- und Blutdruckproblemen

Im Vordergrund stehen nicht-medikamentöse Maßnahmen: ausreichend trinken, ausgewogene Salzzufuhr (sofern ärztlich nicht anders empfohlen), Kreislauftraining, Wechselduschen, Kompressionsstrümpfe sowie das bewusste, zweistufige Aufstehen. Wird eine Medikamentennebenwirkung als Auslöser erkannt, kann die Ärztin oder der Arzt Dosis oder Präparat anpassen. Nur in ausgeprägten Fällen kommen kreislaufstützende Medikamente zum Einsatz.

Behandlung bei Lagerungsschwindel

Beim gutartigen Lagerungsschwindel sind gezielte Befreiungsmanöver (z. B. nach Epley oder Semont) das Mittel der Wahl. Dabei werden die verlagerten Ohrsteinchen durch definierte Kopf- und Körperbewegungen aus dem betroffenen Bogengang zurückbefördert. Voraussetzung ist, dass zuvor festgestellt wurde, welcher Bogengang betroffen ist – deshalb sollten die Manöver zunächst fachkundig angeleitet werden.

Behandlung neurologischer oder anderer Ursachen

Liegt dem Schwindel eine neurologische Erkrankung, eine Herzerkrankung oder eine Stoffwechselstörung zugrunde, steht deren gezielte Behandlung im Mittelpunkt. Ergänzend hat sich vestibuläre Rehabilitation bewährt: In der Physiotherapie werden Gleichgewicht, Blickstabilisation, Koordination und Gangsicherheit gezielt trainiert – individuell angepasst an Befund und Belastbarkeit. Bei Beteiligung der Halswirbelsäule ergänzen manuelle Therapie und Übungen zur Nackenmuskulatur das Programm.

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Fazit: Wiederkehrenden Schwindel beim Aufstehen ernst nehmen

Kurzer Schwindel beim Aufstehen ist meist ein harmloses Kreislaufphänomen: Der Blutdruck braucht einen Moment, um sich an die neue Position anzupassen. Langsames Aufstehen, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung reichen dann oft schon aus. Aufmerksam werden sollte man, wenn der Schwindel neu auftritt, häufiger oder stärker wird, zu Stürzen führt oder von Symptomen wie Sehstörungen, Taubheitsgefühlen, Sprachstörungen, Hörverlust oder Herzbeschwerden begleitet wird. Dann lohnt sich eine strukturierte Abklärung – denn je genauer die Ursache benannt ist, desto gezielter lässt sich behandeln.

Sie leiden wiederholt unter Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen? In unserer Neurologie in Wien können mögliche neurologische Ursachen gezielt abgeklärt werden.

Häufig gestellte Fragen

Beim raschen Aufrichten sackt Blut in die Beine, der Blutdruck fällt kurz ab und das Gehirn wird für wenige Sekunden schlechter durchblutet. Reagiert die Kreislaufregulation zu langsam, entsteht Benommenheit oder Schwarzwerden vor den Augen. Häufige Verstärker sind Flüssigkeitsmangel, Hitze, Alkohol, längere Bettruhe und bestimmte Medikamente.

Kreislaufbedingter Schwindel klingt typischerweise innerhalb weniger Sekunden bis etwa einer Minute wieder ab, sobald sich der Blutdruck stabilisiert hat. Hält der Schwindel länger an, tritt er in Ruhe auf oder dreht sich die Umgebung minutenlang, spricht das für eine andere Ursache und sollte abgeklärt werden.

Nach mehreren Stunden im Liegen ist der Kreislauf auf die waagrechte Position eingestellt, zusätzlich ist der Flüssigkeitshaushalt am Morgen oft niedrig. Beides begünstigt einen Blutdruckabfall beim Aufstehen. Hilfreich sind ein Glas Wasser vor dem Aufstehen, Fuß- und Wadenbewegungen im Bett und ein zweistufiges Aufstehen über die Bettkante.

Beim Bücken und raschen Wiederaufrichten kommen Druckveränderungen im Brust- und Bauchraum und ein Lagewechsel zusammen. Neben Kreislaufursachen kommt vor allem der gutartige Lagerungsschwindel infrage, bei dem das Kopfvorbeugen eine kurze, heftige Drehattacke auslöst. Auch Verspannungen der Halswirbelsäule oder ein Infekt der Nasennebenhöhlen können beitragen.

Erste Anlaufstelle ist die Hausärztin oder der Hausarzt – dort erfolgen Basisuntersuchung, Blutdruckmessung im Liegen und Stehen sowie Labor und EKG. Je nach Verdacht folgt die Überweisung zur Neurologie (bei Verdacht auf neurologische Ursachen), HNO (Innenohr, Gleichgewichtsorgan) oder Kardiologie (Herz-Kreislauf). Bei akuten Warnzeichen wie Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen ist sofort der Notruf zu wählen.

Über den Autor

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Peter Andrukonis
Peter arbeitet sehr präzise und analytisch und ist stets offen dafür, neue Methoden oder Alternativen bei der Behandlung seiner Patienten zu erproben. Er vertritt die Auffassung, dass jeder Mensch individuell ist und dementsprechend maßgeschneiderte Therapiemaßnahmen benötigt. Durch das Verständnis für den eigenen Körper, Bewegungsabläufe, Bewegungsmuster und physiologische Prozesse, die im Körper stattfinden, bemüht sich Peter, seinen Patienten ein Bewusstsein und Verständnis für ihren eigenen Körper zu vermitteln, damit sie nicht nur therapiert werden, sondern aktiv an ihrer Therapie mitwirken können.

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