Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Bursitis ist eine Entzündung eines Schleimbeutels, einer kleinen flüssigkeitsgefüllten Tasche, die sich in der Nähe von Gelenken befindet. Sie dient dazu, Reibung zwischen Sehnen, Muskeln und Knochen zu reduzieren. Es gibt mehrere Arten von Bursitis, die an verschiedenen Stellen im Körper auftreten können. Hier sind einige häufige Arten von Bursitis und ihre konservative Behandlung:

Manuelle Therapie Leistung

Welche Schleimbäutel sind häufig betroffen?

Schulter-Bursitis (Subakromiale Bursitis): Dies ist eine der bekanntesten Formen von Bursitis. Sie betrifft den Schleimbeutel, der sich zwischen dem Schulterdach (Akromion) und der Rotatorenmanschette befindet. Es kann zu Schmerzen, Steifheit und Schwellung in der Schulterregion führen.

Ellbogen-Bursitis (Olekranon-Bursitis): Dies tritt auf, wenn der Schleimbeutel am hinteren Teil des Ellbogens, dem Olekranon, entzündet ist. Sie wird auch als „Studentenellenbogen“ oder „Kellnerellenbogen“ bezeichnet, da wiederholte Druckbelastung auf den Ellbogen sie verursachen kann.

Hüft-Bursitis (Trochanter-Bursitis): Diese Form von Bursitis betrifft den Schleimbeutel, der sich über dem Trochanter major, einem Knochenfortsatz des Oberschenkelknochens, befindet. Sie kann Schmerzen in der äußeren Hüfte verursachen.

Knie-Bursitis (Pes-Anserinus-Bursitis): Hierbei ist der Schleimbeutel am Ansatzpunkt der Sehnen an der Innenseite des Knies entzündet. Dies kann Schmerzen und Schwellungen verursachen.

Fersensporn-Bursitis (Retrocalcaneäre Bursitis): Diese tritt auf, wenn der Schleimbeutel im Bereich der Ferse, nahe dem Ansatzpunkt der Achillessehne, entzündet ist. Sie kann bei Menschen mit Fersensporn auftreten.

Karpaltunnel-Bursitis: Diese Form von Bursitis tritt im Bereich des Handgelenks auf und kann durch wiederholte Bewegungen oder Druckbelastung verursacht werden.

Hüft-Bursitis (Ilio-Psoas-Bursitis): Hierbei ist der Schleimbeutel in der Nähe der Hüfte und des Oberschenkels entzündet. Dies kann bei Aktivitäten, die die Hüfte beanspruchen, Schmerzen verursachen.

Physiotherapeutische Behandlungsmethoden bei Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

Die Physiotherapie bei Bursitis, auch Schleimbeutelentzündung genannt, zielt darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Funktion des betroffenen Bereichs zu verbessern. Hier sind einige allgemeine Behandlungen und Ansätze, die in der Physiotherapie bei Bursitis angewendet werden können:

  1. Ruhe und Eis: Dies sind die ersten Schritte zur Reduzierung der Entzündung und Schmerzlinderung. Das betroffene Gelenk sollte in den ersten Tagen nach Beginn der Entzündung ruhiggestellt und regelmäßig gekühlt werden.

  2. Wärmeanwendungen: Nachdem die akute Entzündung nachgelassen hat, kann Wärme helfen, die Durchblutung zu fördern und Muskelverspannungen zu reduzieren.

  3. Ultraschalltherapie: Diese Methode verwendet Schallwellen, um tief in das Gewebe einzudringen und die Heilung zu fördern, indem sie die Durchblutung erhöht und Entzündungen reduziert.

  4. Elektrotherapie: Techniken wie TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) können eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Muskelspannung zu reduzieren.

  5. Manuelle Therapie: Techniken wie Massage und Mobilisation können dazu beitragen, die Beweglichkeit zu verbessern, Schmerzen zu reduzieren und die Funktion zu steigern.

  6. Dehnungs- und Kräftigungsübungen: Spezifische Übungen können dazu beitragen, die Muskeln um den betroffenen Bereich zu stärken und zu dehnen, was die Belastung des Schleimbeutels reduziert und zukünftigen Verletzungen vorbeugt.

  7. Haltungsschulung und ergonomische Beratung: Wenn die Bursitis durch bestimmte Aktivitäten oder Körperhaltungen verursacht wird, kann der Physiotherapeut Beratung und Anleitungen zur Vermeidung von Belastungen und zur Verbesserung der Haltung bieten.

  8. Kinesiotaping: Das Anlegen von speziellem Tape kann dazu beitragen, Druck von dem entzündeten Schleimbeutel zu nehmen und die Heilung zu unterstützen.

Orthopädische Behandlungsmethoden bei Bursitis

Die orthopädische Behandlung bei Bursitis zielt darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Funktion des betroffenen Bereichs wiederherzustellen. Hier sind einige Ansätze und Behandlungsmethoden, die häufig in der Orthopädie bei Bursitis angewendet werden:

  1. Medikamentöse Behandlung: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) wie Ibuprofen oder Naproxen können zur Schmerzlinderung und zur Reduzierung der Entzündung eingesetzt werden. In einigen Fällen können auch stärkere Schmerzmittel oder Kortikosteroide verschrieben werden.

  2. Ruhe und Immobilisation: Das betroffene Gelenk ruhigzustellen und Belastungen zu vermeiden, hilft, die Entzündung zu verringern und den Heilungsprozess zu unterstützen.

  3. Kälte- und Wärmebehandlung: Eispackungen können in den ersten Tagen nach dem Auftreten der Symptome zur Reduzierung der Entzündung eingesetzt werden. Wärmeanwendungen können später im Heilungsprozess zur Lockerung von Verspannungen und zur Förderung der Durchblutung verwendet werden.

  4. Aspiration und Injektionen: In Fällen, in denen die Bursitis mit einer signifikanten Flüssigkeitsansammlung einhergeht, kann der Arzt eine Nadelaspiration durchführen, um die überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Kortikosteroid-Injektionen können ebenfalls angewendet werden, um Entzündungen zu reduzieren.

  5. Physiotherapie: Physiotherapeutische Maßnahmen wie Dehnungs- und Kräftigungsübungen, Ultraschalltherapie oder Elektrotherapie können helfen, die Symptome zu lindern und die Funktion zu verbessern.

  6. Chirurgische Intervention: In seltenen Fällen, wenn konservative Behandlungsmethoden nicht erfolgreich sind und die Bursitis chronisch wird, kann eine operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels notwendig sein.

  7. Lifestyle- und ergonomische Anpassungen: Beratung bezüglich ergonomischer Anpassungen am Arbeitsplatz oder im Alltag kann helfen, wiederkehrende Belastungen zu vermeiden und zukünftige Episoden von Bursitis zu verhindern.

Über den Autor

Justyna Szczesniak
Justyna Szczesniak
Justyna ist spezialisiert auf CMD-Therapie, Schmerzen im bereich des Kiefergelenks und des Kopfes, Ohrgeräusche, Trismus, myofasziale Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich. Außerdem behandelt sie besonders gerne Patienten mit orthopädischen Beschwerden.

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